Tag 3 – Kia ora, Aotearoa

Gegen 7 Uhr wurden alle langsam wieder munter. Die Rollos durften wieder hochgezogen werden. Zum Frühstück begnügte ich mich mit einem salzfreien Brötchen, etwas Butter und Käse.

Ab und zu schaute ich auf meinen Monitor, um zu sehen, wo wir uns gerade befanden. Die Zeit verging gefühlt immer langsamer. Doch irgendwann war auch dieser Flug zu Ende. Neuseeland kam in Sichtweite. Ich wollte unbedingt ein Foto vom Anflug haben. Deshalb bat ich eine junge Frau, die am Fenster saß, ein Foto für mich auf meinem Handy festzuhalten.

Als der Flieger eine Kurve flog, konnte ich von meinem Platz aus durch ein Fenster Neuseeland sehen. Ich konnte es nicht fassen. Da war Neuseeland, das Land, von dem ich schon so lange träumte. Das, was ich bisher nur von Bildern aus dem Internet kannte, sah ich nun live vor mir. Gänsehaut pur und Pipi in den Augen.

An der Kontrolle zeigte ich meinen Reisepass. Der Bearbeiter schaute auf seinen Monitor und fragte mich, ob ich in Neuseeland Freunde oder Familie besuchen und nur im Zimmer bleiben wollte. Ich erzählte ihm dann, dass ich überwiegend wandern werde – und bam: da hatte er mich.

Ich hatte beim Ausfüllen des Einreiseformulars bei ‚Outdoor-Tätigkeiten‘ ein ‚Nein‘ angekreuzt. Wandern ist Outdoor! Da hatte ich wohl nicht aufgepasst. Nun durfte ich mich bei der Sicherheitskontrolle anstellen. So etwa fünfzig Leute waren vor mir, aber es ging zügig voran. Und es war auch recht interessant, was man da so alles beobachten konnte.

Einige Reisende waren bepackt mit Kisten, Riesenkoffern usw. Und die mussten alles auspacken. Lebensmittel wurden anscheinend grundsätzlich einbehalten. Nach ca. einer Stunde war ich an der Reihe. Ich wurde nochmals gefragt, was ich in Neuseeland wollte und ich antwortete ihm wieder, dass ich hauptsächlich wandern werde.

Er wollte meine Wanderschuhe sehen. Die lagen natürlich ganz unten im Koffer. Er begutachtete sie, besonders die Sohlen – aber die hatte ich besonders geschrubbt, da ich wusste, dass die Neuseeländer da besonders drauf achten.

Ich durfte alles wieder einpacken und ging zum Ausgang.

Christiane, unser Guide, wartete schon ungeduldig. Ich hatte ihr auch nicht Bescheid geben können, da das Roaming meines Handys nicht funktionierte.

Auf ging’s zum Minibus. Zum ersten Mal in meinem Leben erlebte ich den Linksverkehr. War aber überhaupt nicht so schwer, vorausgesetzt, man wusste, wohin man wollte. Der Verkehr in Auckland ist irre, da würde ich nicht mal fahren wollen, wenn Rechtsverkehr wäre.

Unser Hotel etwas außerhalb von Auckland war ruhig gelegen, gegenüber ein wunderschöner kleiner Park. Dahinter konnte man das Meer glitzern sehen.

Ich brachte meine Sachen auf mein Zimmer und lernte auch gleich meine Mitbewohnerin kennen. Sie war mir auf Anhieb sympathisch.

Beim Abendessen lernte sich dann die ganze Gruppe kennen – insgesamt waren wir zwei Ehepaare und vier Alleinreisende plus die beiden Guides – alles nette, sympathische Leute. Für mich war nach dem Abendessen aber Schluss. Wäre am Tisch fast eingeschlafen.